📝 Fallbeispiele zum Üben

📅 Januar 2026⏱️ 15 Min. pro Fall🎓 Prüfungsvorbereitung

So arbeitest du mit den Fällen

Diese Fallbeispiele sind typisch für die schriftliche Prüfung:

  1. Lies die Fallbeschreibung sorgfältig
  2. Bearbeite die Aufgaben schriftlich
  3. Vergleiche danach mit der Musterlösung
⚠️ WichtigDie Musterlösungen zeigen einen möglichen Weg. Andere fachlich korrekte Antworten sind auch richtig.

Fall 1: Frau Müller – Sturzrisiko nach Hüft-TEP

Chirurgie

Patientendaten

NameHelga Müller
Alter78 Jahre
DiagnoseZ.n. Hüft-TEP links, 5. postop. Tag
NebendiagnosenDiabetes Typ 2, Hypertonus

Situation

Frau Müller ist zur Mobilisation aufgestanden und wirkt sehr unsicher. Sie hat Angst vor einem erneuten Sturz und gibt Schmerzen (NRS 5) bei Bewegung an.

Vitalzeichen

RR145/85
Puls82/min
Temp37,2°C
BZ156 mg/dl

Aufgaben

  1. Erstellen Sie eine Pflegediagnose (PESR) zum Sturzrisiko.
  2. Nennen Sie 4 Risikofaktoren für einen Sturz.
  3. Formulieren Sie ein SMART-Ziel.
  4. Planen Sie 5 pflegerische Maßnahmen.

✅ Musterlösung

PESR-Diagnose:
P: Hohes Sturzrisiko
E: Z.n. Hüft-TEP, Bewegungsunsicherheit, Sturzangst, Schmerzen
S: Unsicherheit beim Aufstehen, Sturzangst, NRS 5
R: Kooperativ, motiviert

Risikofaktoren: Postoperativer Zustand, Schmerzen, Sturzangst, Alter, Diabetes (Polyneuropathie), Antihypertensiva

SMART-Ziel: Frau Müller geht bis Freitag mit Rollator 20m sicher auf dem Flur bei max. NRS 3.

Maßnahmen: Schmerzmedikation vor Mobilisation, Mobilisation mit Rollator und Begleitung, rutschfeste Schuhe, Sturzrisiko-Assessment, Klingel in Reichweite

Fall 2: Herr Schmidt – Herzinsuffizienz

Innere Medizin

Patientendaten

NameKlaus Schmidt
Alter72 Jahre
DiagnoseHerzinsuffizienz NYHA III
NebendiagnosenKHK, Vorhofflimmern

Situation

Herr Schmidt wurde wegen Luftnot und Beinödemen aufgenommen. Er kann nur wenige Schritte gehen. Nachts wacht er wegen Atemnot auf. Gewichtszunahme: 4 kg in einer Woche.

Vitalzeichen

RR160/95
Puls96, arrh.
AF24/min
SpO₂91%

Aufgaben

  1. Erklären Sie die Ödementstehung bei Herzinsuffizienz.
  2. Was bedeutet NYHA III?
  3. Formulieren Sie eine PESR-Diagnose zur Atemnot.
  4. Welche Maßnahmen sind bei Ödemen wichtig?
  5. Warum täglich wiegen?

✅ Musterlösung

Ödementstehung: Herz pumpt unzureichend → venöser Rückstau → erhöhter Druck → Flüssigkeit tritt ins Gewebe. RAAS-Aktivierung verstärkt Wasserretention.

NYHA III: Erhebliche Einschränkung, Beschwerden bei leichter Aktivität (I=keine, II=leicht, III=erheblich, IV=Ruhe)

PESR: P: Dyspnoe / E: Herzinsuffizienz NYHA III / S: Luftnot, AF 24, SpO₂ 91%, Orthopnoe / R: orientiert, kooperativ

Maßnahmen Ödeme: Tägliches Wiegen, Bilanzierung, Beine hochlagern, Hautpflege, Kompression nach AVO, Flüssigkeitsrestriktion

Tägliches Wiegen: Sensibelster Parameter für Flüssigkeitshaushalt. >1 kg/Tag = Warnsignal für Dekompensation.

Fall 3: Frau Weber – Demenz

Gerontopsychiatrie

Patientendaten

NameErna Weber
Alter84 Jahre
DiagnoseAlzheimer-Demenz, fortgeschritten
Pflegegrad4

Situation

Frau Weber zeigt abendliche Unruhe, sucht nach ihrer verstorbenen Mutter, reagiert aggressiv. Körperpflege wird abgelehnt. Gewichtsverlust: 3 kg in 4 Wochen.

Aufgaben

  1. Was ist "Sundowning"?
  2. Nennen Sie mögliche Ursachen für das Verhalten.
  3. Wie reagieren Sie auf die Suche nach der Mutter?
  4. Maßnahmen zur Nahrungsaufnahme?
  5. Wie kann Körperpflege angepasst werden?

✅ Musterlösung

Sundowning: Vermehrte Unruhe/Verwirrtheit bei Dämmerung. Ursachen: gestörter Rhythmus, Müdigkeit, weniger Licht.

Verhaltensursachen: Unerkannte Schmerzen, HWI (!), Überforderung, unerfüllte Bedürfnisse, Sehnsucht nach Sicherheit

Reaktion "Mutter": NICHT korrigieren! Gefühle validieren ("Sie vermissen sie?"), ablenken, Bedürfnis erkennen, begleitetes Laufen ermöglichen

Nahrungsaufnahme: Finger Food, kleine Portionen, Lieblingsgerichte (Biografie!), ruhige Umgebung, kontrastreiches Geschirr, gemeinsam essen

Körperpflege: Zeitpunkt flexibel, Teilschritte, gewohnte Produkte, Selbstständigkeit fördern, bei Ablehnung später erneut versuchen

✅ PrüfungstippPESR-Diagnosen und SMART-Ziele kommen in fast jeder Prüfung vor. Übe sie regelmäßig!